+++ AG Gesundheit-DFeuG-Bund informiert +++

Einsätze unter Vorkommen von Asbest
 
Praxisbeispiel -> Einsatzstelle Louis-Krages-Straße Asbest-Belastung für Bremer Feuerwehrleute

Einsätze unter Vorkommen von asbesthaltigen oder sonstigen mineralfaserhaltigen Baustoffen/Bauteilen sind nicht neu. In vielen Kleingartenkolonien kommen immer noch, häufig, asbesthaltige Faserzementplatten*, als Bedachungen, vor. (*Fälschlicherweise werden diese pauschal als „Eternitplatten“ bezeichnet. Eternit ist der Name des Herstellers!)

In anderen Bereichen lassen sich auch entsprechende Materialien nachweisen. Beispielsweise in Feuerschutzverkleidungen. Auch als „verdeckte“ Asbestprodukte, beispielhaft in div. Baustoffen (Putz oder Spachtelmasse) finden diese noch heute Verwendung. Seit 1993 ist der Vertrieb neu hergestellter Asbestprodukte in Deutschland, und seit 2005 europaweit verboten. 

Die Verarbeitung der Fasern in Deutschland ist seit Ende der 1990er Jahre untersagt.

Ob und inwiefern faserversetzte Nachfolgeprodukte für die Einsatzkräfte, im weiteren Verlauf, gesundheitsschädlich sind, ist leider noch nicht umfänglich erwiesen. Das Asbest gefährlich ist und schwere Lungenkrankheiten verursacht, dagegen, weitestgehend schon.

Allerdings wird dabei immer noch oft zwischen den „bösen“ Amphibolasbesten ( Krokydolith und Amosit ) und dem angeblich weniger schlimmen Serpentinasbest Chrysotil ( weißer Asbest ) differenziert.

Feinste, lungengängige Fasern machen das Mineral so gefährlich und unberechenbar. 

Sie verbreiten sich leicht in der Luft, wo sie von Menschen, bei unzureichendem Atemschutz, schließlich eingeatmet werden können. Dort gelangen sie in die Lunge und führen zu krankhaften Veränderungen bis hin zum gefürchteten Mesotheliom (Asbestose).

Das Chrysotil als der „weniger gefährliche Asbest“ bezeichnet wird, ist mit großer Sicherheit ein gefährlicher Irrtum, den eine Arbeitsgruppe der Ruhr Universität Bochum, bereits 2017 wissenschaftlich belegen konnte.

Hierbei wurden Daten von exponierten Menschen, deren Lungen über längere Zeiträume hinweg mit einer Asbestkonzentration belastet waren, am Pathologischen Institut der Bochumer Ruhr Universität ausgewertet und im Abstand von 4 bis 21 Jahren, nach Ende der Asbestexposition, mehrfach beprobt und mikroskopisch untersucht.

Das Ergebnis war eindeutig. Es konnten, auch lange nach Ende des Asbestkontaktes, immer noch erhebliche Faserkonzentrationen im Gewebe nachgewiesen werden.  Neben den angeblich „bösen“ Amphibolasbesten, auch immer wieder hohe Gehalte an Chrysotil. 

Erschreckend dabei: die über den langen Zeitraum beobachteten Asbestgehalte im Lungengewebe der Betroffenen blieben stabil. Es fand kein Abbau statt.

Asbestfasern sind über längere Zeiträume biopersistent.

Auch bei Chrysotil oder Weißasbest, der wohl am meisten verwendeten und in den meisten Produkten vorkommenden Asbestform.

Die lange Nachweisbarkeit, mit dem fehlenden Abbau der Mineralfasern in der Lunge ist der Grund, warum die Fasern Krankheiten auslösen. Asbeste können durch ihre gute Spaltbarkeit in sehr feine Fasern, sehr lange in der Luft bleiben und dort von Menschen über die Atemwege aufgenommen werden. Bedingt durch ihre geringe Größe können diese Fasern sehr tief in die Lunge und in die Lungenbläschen eindringen und dort leider nicht von den Immunzellen abgebaut werden.

Die Folgen sind chronische Entzündungen und schließlich die Bildung von Tumoren.  Das Mesotheliom gilt als typischer, asbestbedingter Tumor. Aber auch andere Krebserkrankungen werden mit Asbest in Verbindung gebracht. Dabei kann der Ausbruch der Krankheit durchaus 10 bis 40 Jahre auch dem Ende der Asbestexposition erfolgen.

Die AG Gesundheit der DFeuG empfiehlt daher:

➢ Die Erstellung und Umsetzung spezieller „feuerwehrtauglicher“ Einsatzhygienekonzepte beim Umgang während und nach Einsätzen, mit asbesthaltigen oder sonstigen mineralfaserhaltigen Baustoffen/Bauteilen, basierend auf den TRGS 519/521 (technische Regeln für Gefahrstoffe) und des vfdb - Merkblattes
 „Empfehlung für den Feuerwehreinsatz zur Einsatzhygiene bei Bränden“ 

➢ Vorhaltung/Bestellung einer Person mit Sachkundenachweis nach TRGS 519 Anlage 4

➢ Dokumentation (wie ZED), analog zur TRGS 519 Anlage 1.1 (Vordrucke für unser Expositionstagebuch findet ihr unter www.dfeug.de)

➢ Arbeitsmedizinische Folgeuntersuchungen

In Bremen wurde durch das Feuer im Bremer Industriehafen bekannt, dass das Objekt sowie die nähere Umgebung mit Asbest kontaminiert sind. Mit dem Bekanntwerden dieses Umstandes wurden umgehend Gespräche zwischen der Amtsleitung der Feuerwehr Bremen, dem Personalrat und der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft geführt. 

Gemeinsames Ziel: die Auswirkungen auf die Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr lückenlos zu dokumentieren und einen entsprechenden Expositionsnachweis zu führen.

Fahrzeuge, Gerätschaften und PSA werden beprobt und labortechnisch untersucht.  In Bremen existiert bereits eine aktuell gültige Dienstanweisung zum Umgang mit „Lungengängigen Fasern (LGF)“, in der die Vorgehensweise bei der Reinigung von Helmen und Fahrzeugen bereits angepasst und umgesetzt wird.

Bleibt gesund! Eure AG Gesundheit

 

Quellen: https://scilogs.spektrum.de/mente-et-malleo/asbest-der-lunge-wie-gefaehrlich-ist-chrysotil/

Aushang der AG Gesundheit Bund

Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft folgt Spendenaufruf

(RDr) Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft (DFeuG) ist dem Spendenaufruf des Krisenstabs der Stadt Bremerhaven gefolgt und hat für die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremerhaven mehrere hundert Multifunktionstücher, welche als Halstuch und Gesichtsschutz benutzt werden können übergeben.  Der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten bezeichnete im NDR-Podcast auch Schals und Halstücher als wirksamen Schutz, wenn sie vor die Atemwege gezogen werden.

Pressemit120520

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(links: Leitender Branddirektor und Amtsleiter der Feuerwehr Bremerhaven Jens Cordes, 
rechts: Pressesprecher der DFeuG René Dreimann)

 „Wir werden die Tücher umgehend an die Kollegen ausgeben und sind sehr erfreut über diese Spende“ so Jens Cordes, Leitender Branddirektor und Amtsleiter der Feuerwehr Bremerhaven. Die Tücher werden selbstverständlich nicht die im Einsatz zu tragenden Schutzmasken ersetzen, können den Kolleginnen und Kollegen aber das Alltagsleben auch im privaten Bereich erheblich erleichtern.
 
In den nächsten Tagen erwartet die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft eine weitere Charge von mehreren hundert Tüchern, die dann ebenfalls an die Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr Bremerhaven ausgegeben werden soll, so René Dreimann, Pressesprecher der DFeuG.

Die Tücher können als normales Halstuch getragen und dann nach Notwendigkeit über die Atemwege gezogen werden. 
Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

 

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AG Gesundheit informiert                                         Bremen, 10. Mai 2020
 
Einsatzstelle Louis-Krages-Straße Asbest-Belastung für Bremer Feuerwehrleute

Durch das Feuer im Bremer Industriehafen wurde bekannt, dass diese Bauten und die nähere Umgebung mit Asbest kontaminiert sind. Mit dem Bekanntwerden dieses Umstandes wurden umgehend Gespräche zwischen der Amtsleitung der Feuerwehr Bremen, dem Personalrat und der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft geführt. Gemeinsames Ziel hierbei ist, dass die Auswirkungen auf die Kolleginnen und Kollegen der Feuerwehr lückenlos dokumentiert wird und ein entsprechender Expositionsnachweis geführt wird.

Der Fachberater-CBRN der Feuerwehr Bremen kam zu der Einschätzung, dass für die Einsatzkräfte keine Gefährdung durch Asbest bestand. Bestätigt sah sich die Einsatzleitung durch das Gewerbeaufsichtsamt, die die Maßnahmen der Einsatzleitung als ausreichend bewerteten, so Karl Heinz Knorr, Leitender Branddirektor der Feuerwehr Bremen.

Die Aktuelle Berichterstattung überraschte und beunruhigte die Amtsleitung. Wir müssen jetzt alles lückenlos aufarbeiten und die beteiligten Mitarbeiter erfassen. Von Fahrzeugen, Gerätschaften und PSA werden Proben, sogenannte Tupf-Proben, genommen, die im Labor technisch untersucht werden. Ziel soll es sein, die abschließende Gewissheit zu haben, dass es zu keiner Gefährdung gekommen ist, so AL Knorr weiter. Die Feuerwehr Bremen hat eine enge Zusammenarbeit mit dem Personalrat und der DFeuG angekündigt.

 

Erste vereinbarte Maßnahmen werden bereits umgesetzt.
 

 

Aushang als PDF

AG- Gesundheit der DFeuG empfiehlt G26.3 bzw. G31- Untersuchungen bei „geheilten“ Einsatzkräften, nach COVID-19-Infektion

Bezugnehmend auf einen aktuellen Bericht von https://www.rainews.it/, zu Langzeitschäden der Lungen, nach einer SARS-CoV-2-Infektion, empfiehlt die AGGesundheit der DFeuG  eine unverzichtbare und unverzügliche G26.3 bzw. G31 Untersuchung bei “geheilten” COVID-19-Patienten mit der Qualifikation AGT und Taucher, bevor sie wieder eingesetzt werden. 

In dem Artikel „Dauerhaft geschädigt“, wird von Patienten, mit „irreversiblen Schäden an der Lunge“ berichtet.

Laut Oberarzt der Universitätsklinik Innsbruck, Frank Hartig, sollen sich Personen mit entsprechenden Tätigkeiten, nach einer überstandenen Covid-19-Infektion, auf jeden Fall gründlich von einem Taucharzt untersuchen lassen, auch wenn sie nur leichte Symptome hatten und noch eine aufrechte Tauchtauglichkeitsuntersuchung haben.

Das Dokument findet ihr unter: https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2020/04/tag-Coronavirus-Lungeschaden-Forschung-Uniklinik-Innsbruck-6708e11e-28dc-4843-a760-e7f926ace61c.html?wt_mc=2.www.fb.undefined_ContentItem-6708e11e-28dc-4843-a760-e7f926ace61c.&wt

Bleibt gesund!

Euer Bundesvorstand

Im Auftrag M.Bätge, AG Gesundheit

 

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